Lärmsanierung

Neuerungen im Gesamtkonzept 2019

Was hat sich geändert?

Zum 1. Januar 2015 entfiel der  Schienenbonus in Höhe von 5 dB(A). Ein Jahr später wurde zusätzlich der Auslösewert um weitere 3 dB(A) abgesenkt. Seit dem 1. Januar 2016 liegen die für die Lärmsanierung relevanten Pegel somit für allgemeine Wohngebiete tagsüber bei 67 dB(A) und nachts bei 57 dB(A). Mit dieser deutlichen Verbesserung des Schutzniveaus um 8 dB(A) wird es für Anwohner spürbar leiser.

Zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat die DB daher ein Gesamtkonzept der Lärmsanierung erarbeitet.  Dieses ist seit seit Anfang 2019 gültig. Hierfür war eine Neuberechnung des Lärmsanierungsbedarfs des gesamten Schienennetzes erforderlich. Ebenfalls betrachtet wurden die bereits sanierten Abschnitte.

Mit dem neuen Gesamtkonzept hat sich der Gesamtbedarf der zu sanierenden Strecken um rund 2.800 Kilometer auf 6.500 Kilometer erhöht. Damit steigt der Umfang der Lärmsanierung im Vergleich zum vorherigen Gesamtkonzept (2013) um rund 75 Prozent. Auch die Anzahl der betroffenen Kommunen ist gestiegen: rund 2.200 Städte und Gemeinden können künftig von dem Lärmsanierungsprogramm profitieren. Dies entspricht einer Steigerung von rund 50 Prozent.

Die Anlagen zum Gesamtkonzept

Die Anlage 1 des Gesamtkonzepts enthält eine Liste der Lärmsanierungsbereiche, die aktuell bearbeitet werden.

Die Anlage 2 des Gesamtkonzepts vermittelt als Karte eine Übersicht der Strecken mit einer Lärmemission > 57 dB (A) im Netz der Eisenbahnen des Bundes.

Die Anlage 3 des Gesamtkonzepts listet die noch zu bearbeitenden Lärmsanierungsbereiche und -abschnitte mit Angabe der Priorisierung auf.

Das Gesamtkonzept inklusive aller Anlagen wurden entsprechen der Vorgaben der "Förderrichtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes" erstellt.

Alle Anlagen finden Sie als Download hier auf der Seite und in unserem Downloadbereich.

Auch die bereits in der Vergangenheit lärmsanierten Bereiche sind nach dem neuen Gesamtkonzept 2019 erneut überprüft und wieder in die Priorisierung eingereiht worden. Damit ist sichergestellt, dass alle lärmbelasteten Bereiche nach den gleichen Kriterien saniert werden. Die Förderrichtlinie, auf der das Gesamtkonzept beruht, finden Sie ebenfalls in unserem Downloadbereich.

Die Priorisierungskennziffer

Um zu ermitteln, in welcher Reihenfolge, die Abschnitte in der Anlage 3 bearbeitet werden, wird für jeden Sanierungsabschnitt aus der Lärmbelastung in dB (A), der Zahl der betroffenen Personen und der Länge des zu sanierenden Abschnitts eine Priorisierungskennziffer (PKZ) errechnet. Die PKZ ermöglicht eine Reihung der sanierungsbedürftigen Streckenabschnitte nach vergleichbaren Kriterien, die nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel sowie der Bau- und Betriebskapazitäten als nächste lärmsaniert werden. Diese Reihung ist nicht statisch. Sie wird regelmäßig überprüft und fortgeschrieben. Dabei werden Veränderungen berücksichtigt, wie z. B. geänderte rechtliche Rahmenbedingungen, das prognostizierte Güterverkehrsaufkommen auf der Schiene, höhere Geschwindigkeiten oder Verkehrsverlagerung z. B. durch die Trennung von Personen- und Güterverkehren. Andererseits wird auch technischer Fortschritt berücksichtigt, beispielsweise der Einsatz leiserer Fahrzeuge.